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In Hamburg gibt es einen Perlenhimmel - 3. deutsche Perlenkunstmesse



Das Wochenende vom 24./25. August 2013 sollte ein ganz besonderes Wochenende werden. Bereits nach der ersten „Beaders Best Perlenmesse“ im Jahr 2011 stand für mich fest - dort möchte ich auch einmal als Aussteller hin. Und dieses Jahr war es soweit.
Bereits Wochen im Voraus hatte ich mich zu Hause damit beschäftigt, wie ich meinen Stand von 1,40 m Breite füllen würde. Ich habe hin und her überlegt, einige Male umgeräumt und schließlich alles bruchsicher in Kisten verpackt. Ich wollte Perlentiere ausstellen, Perlenbäume und Sammelfiguren, ein paar Big-Head-Dolls und Mikrodioramen. Außerdem plante ich, Handyanhänger und Ohrringe sowie meine eigenen Perlenbücher zu verkaufen. Am Freitag belud ich mit meinem Mann das Auto und wir machten uns zusammen mit einer Freundin auf den Weg von Jena nach Hamburg.
Wir kamen ganz gut voran und waren so zeitig aufgebrochen, dass wir nach dem Aufbau sogar noch Zeit haben würden, etwas Schönes in Hamburg zu unternehmen. Auf halber Strecke lief es mir plötzlich eiskalt den Rücken herunter: Ich hatte die beiden Kisten mit meinen Büchern stehen lassen! Katastrophe! Nach zehn Schrecksekunden teilte ich meine peinliche Vergesslichkeit meinen Mitfahrern mit, die mich kopfschüttelnd auslachten, und fuhr von der Autobahn runter. Unsere Fahrt zog sich also unfreiwillig in die Länge, und als wir spätabends in Hamburg ankamen, wollte ich nur noch ins Bett fallen.
Am nächsten Morgen musste ich dafür umso zeitiger aufstehen, um noch rechtzeitig meinen Stand aufbauen zu können. Die 2 Stunden, die ich dafür zur Verfügung hatte, vergingen viel zu schnell und in meinem Bauch machte sich ein brodelnder Vulkan Aufregung breit.



Ich schaffte es gerade so, meinen Stand bis zur Eröffnung fertig herzurichten und wartete gespannt auf die ersten Besucher.
Die Messe fand dieses Jahr erstmalig in einem neuen Messegelände statt, welches viel mehr Raum bot als das Bürgerhaus Wilhelmsburg. Das Ausstellerverzeichnis war dementsprechend umfangreicher als zuvor und es gab viele neue Aussteller, die ich in den letzten Jahren noch nicht gesehen hatte. Am ersten Tag konnte ich mir aber noch gar nicht soviel Zeit nehmen, um selbst über die Messe zu schlendern, da ich vollauf damit beschäftigt war, an meinem eigenen Stand Fragen zu beantworten.
Nach und nach trafen einige Mitglieder aus unserem Perlen-Forum ein und stellten sich vor. Im Laufe des Tages trafen wir uns immer wieder bei mir am Stand, um getätigte Einkäufe zu begutachten und uns auszutauschen. Es war unglaublich spannend, zu den verschiedenen Nicknamen auf einmal ein Gesicht zu sehen und eine Persönlichkeit kennen zu lernen. Da ich neben dem Stand auch noch einen kleinen „Workshop-Tisch“ betreute, an dem ich interessierten Besuchern die japanische Fädeltechnik beibringen konnte, war viel zu wenig Zeit, sich jetzt mit allen ausgiebig zu unterhalten.
Gegend Nachmittag hatte ich dann etwas Zeit, selbst die anderen Stände zu besuchen. Während ich zuvor schon ab und zu zur Beute der Anderen geschielt hatte, konnte ich nun selbst meine Geldreserven loswerden. Es gab viele Stände an denen man Rocailles und andere Perlen kaufen konnte.



Einer der beliebtesten: Der Stand von www.traumperle.de - hier gab es Rocailles in Hülle und Fülle und gefühlten tausend verschiedenen Farben. Neben den klassischen Farben in opak und transparent bekam man hier auch kleine Schätze in Alabaster-Farben, seltenen Farbeinzugs-Varianten oder marmorierten Mustern. Die Standbetreiber Tanja und Michael Fritsche waren sehr freundlich und abends sogar für ein kleines Schwätzchen zu haben. Allerdings war die Inflation offensichtlich auch hier nicht spurlos vorbeigezogen: Während im letzten Jahr zumeist noch 17g pro Dose 1,30 € kosteten, waren nun zum selben Preis nur noch 16g enthalten.
Einen großen Vorrat an Daggerbeads, Blättern und Spikes sowie Tropfenperlen bekam man am Stand von www.beadsperlen.com. Die Farbwahl und Maserung der Perlen reichte von einfarbig über metallic und Neonfarben bis hin zu effektvoll marmorierten und glasierten Varianten. Die Perlen konnte man strängeweise mit einer kleinen Schere abschneiden und in einem Körbchen sammeln. Die Preise variierten von 1€ bis 2,40€ pro Strang.
Es gab noch viele weitere Stände, an denen man Rocailles, Dagger-Beads oder Spikes zu ähnlichen Preisen kaufen konnte. Die kurze Zeit reichte gar nicht aus, um sich satt zu sehen und alles zu erfassen. Reizüberflutung vom Feinsten!
Neben Ständen die Perlen als Rohware anboten, gab es natürlich auch viele verschiedene Schmuckaussteller, die prunkvolle Colliers, prächtige Ohrringe und Armbänder präsentierten.

Besonders eindrucksvoll: Die Ecke von „Fairy Pearls“. Bereits letztes Jahr stellte ich euch den Stand von Yvonne Gorissen vor, einer talentierten Perlenbastlerin, die in Peyote und anderen Techniken Ketten herstellt und wunderschöne, fantasievolle Muster verarbeitet. Dieses Jahr war ihr Stand noch größer und liebevoller und mit einem ganz besonderen Hingucker versehen: Ein eigens kreiertes Brettspiel, bei welchem alle Teile aus geperlten Elementen bestehen. Das Spiel nennt sich „Bead the Fairy“ und ähnelt klassischen Brettspielen - in Peyote-Technik gefertigte Spielfiguren werden über ebenfalls geperlte Spielfelder gezogen. Die Anleitung zum Spiel und zum Basteln kann man bei Yvonne kaufen.



Viele Schmuckaussteller präsentierten Ketten und Colliers, die wohl niemand im Alltag tragen würde. Aber auf den modernen Laufstegen geht es bei Kleidung ja auch schon längst nicht mehr um das Tragen im realen Leben, sondern um das Ausstellen und Zeigen. Am Stand von Patty McCourt von www.beadbybead.co.uk gab es pompöse Exemplare in filigranen Techniken zu begutachten, bei denen Naturelemente (Muscheln, Steine) kunstvoll mit Perlen umarbeitet waren.

Zum Staunen brachte mich der Stand von Cordi und Jenni, die viele wunderschöne Perlentiere in Peyote-Technik, Cubic-RAW und Ndebele fertigen und dazu Anleitungen verkaufen. Neben den Tieren selbst bestaunte ich auch die hohen Preise, aber aktuell gibt es keinen vergleichbaren Anbieter und viele der Tiere sind wirklich einmalig schön. Insbesondere die beiden Drachen „Saphira“ und „Rasmus“ erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit unter den Perlenbastlern. Alle Anleitungen kann man auch in ihrem Onlineshop www.fantasiabeads.de kaufen. Als der erste Tag vorüber war, fühlte ich mich völlig euphorisiert, müde und aufgekratzt zugleich. Sich abends noch mit anderen Perlenbastlern zu treffen war ein wunderschöner Ausklang des Tages - jetzt war auch genügend Zeit, sich richtig auszutauschen und zu unterhalten.
Der zweite Tag verflog noch schneller als der erste. Als alles etwas ruhiger war, schlenderte ich noch einmal zwischen den Ständen entlang und wurde ein wenig wehmütig, da es ans Zusammenpacken ging. Ein paar der Forenmitglieder halfen mir beim Zusammenräumen. Als am Abend dann alle Kisten wieder im Auto verstaut waren und wir im Auto auf der Heimfahrt waren, hatte ich viele tolle neue Eindrücke im Kopf und trug ein buntes Sammelsurium an schönen Erinnerungen mit mir.
Auch nächstes Jahr werde ich wieder auf der Messe sein - ich bin jetzt schon gespannt, wie es dann sein wird und was für neue Eindrücke auf die Perlenwelt warten. Bis dann!










(24.8.2013)






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