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Inmitten von 1 Million Perlen

Am 20./21.8.2011 fand in Hamburg die erste größere deutsche Perlenmesse statt: Die „Beaders Best“ Perlenmesse der Zeitschrift „Perlen Poesie“.
Voller Vorfreude fuhr ich bereits am Feitag nach Hamburg, um Samstag in aller Frühe starten zu können. Von meinem Hotel aus waren es nur eine knappe viertel Stunde Fahrtzeit mit der S-Bahn und noch zehn sonnige Minuten Fußmarsch bis zum Bürgerhaus Wilhelmsburg.
Mit einem aufgeregten Kribbeln im Bauch betrat ich das Gebäude und sofort wehte mir die Aura von emsigen Perlenbastlern entgegen: Wirres Gemurmel über Farben und Formen, das Geräusch von klimpernden Perlen, die von hunderten von Fingern in ihren Behältern hin und her gekramt wurden und Laute des Staunens durchzogen den Raum. Ich zahlte den Eintritt und schnappte mir erst einmal eine Broschüre. Was würde ich wo finden? Wo gab es die Highlights?
Gleich in der Eingangshalle befanden sich verschiedene Stände, die ihre Perlen zum Kauf anboten. Keine Rocailles, dafür aber geformte Perlen, Anhänger, Schmuckelemente, Karabiner und vieles mehr. Ich kämpfte mich durch die ersten Menschen und landete bei „MonAmie“ (www.monamie.nl, siehe Foto). Dort bekam ich neben kleinen Hello Kitty Anhängern auch kleine Schlüssel, Bärchen und die von mir schon so lange gesuchten Kunststoff-Rosen für die Kleider von Sammelfiguren.



In der Mitte der kleineren Halle gab es ein Rondell von Tischen, an denen „Kurzkurse“ angeboten wurden. Neben Peyote und Herringbone konnte man auch den Brick Stitch lernen. Doris Dohse präsentierte ihre Perlen-Häkelkunst, die im Original noch viel beeindruckender war, als auf den Fotos in der Ausgabe 09 der „Perlen Poesie“.
In der größeren Halle wurde ich förmlich von Menschen und dem enormen Angebot an Perlen und Perlenkunst erschlagen: Neben den Ständen von „Traumperle“ oder „Perlenplanet“, an denen man nicht nur Rocailles in Hülle und Fülle kaufen konnte, gab es auch viele nationale und internationale Künstler, die ihre Werke ausstellten.
Besonders beeindruckt haben mich die Schmuckstücke von Olga Vinnere Pettersson. Sie verarbeitet verschiedenste Perlen in aufeinander abgestimmten Farben zu imposanten Colliers, Armbändern und Broschen. Geometrische Formen und Ornamente, die an Schmuck aus dem Mittelmeerraum erinnern sowie geperlte Blüten kommen bei vielen Werken zum Einsatz. Ihren Blog findet ihr unter http://mamma-foxan.blogspot.com.



Natürlich verbrachte ich meine Zeit auch damit, mich durch Miyukis verschiedener Größen und Rocailles in gefühlten 1 Million Farben zu wühlen. Neben mir gab es leider auch viele andere Besucher der Messe, die ihren Perlenbestand aufstocken wollten. So glich das Aussuchen der richtigen Dose eher einem Dschungelkampf - zum Glück trug ich keine offenen Schuhe, sonst hätte ich viele blaue Flecken davongetragen. Es war eng, warm und laut. Aber da wir alle das Gleiche wollten und ein gemeinsames Hobby teilten, störte sich niemand an den Ellenbogen und dem regelmäßigen Zusammenstoßen.
Als ich mich am Stand von „Traumperle“ hinhockte, um auch die unteren Reihen Rocailles genau zu studieren, fiel mir glatt eine Dose Perlen einer aufgeregten Perlenbastlerin auf den Kopf. Aber es gibt doch schlimmeres, als von Rocailles erschlagen zu werden. Wir lachten kurz, und gut.

Viele Menschen die viel kaufen wollen - genau, das bedeutet auch: lange Schlangen an den Kassen. Jeder Stand hatte seine eigene Kasse, aber der Platz zum Anstehen war in der Raumplanung der Messe irgendwie nicht bedacht worden. Also wühlte ich mich von der Kasse aus Stück für Stück ans Ende der Schlange durch, die gut und gerne auch irgendwo mitten in den Perlenauslagen sein konnte. Ein junger Betreuer des Traumperle-Standes eröffnete nach 15 Minuten Wartezeit dann eine zweite Schlange mit den Worten „Wenn Sie nur eine Kleinigkeit kaufen, können Sie auch bei mir abrechnen.“ Das brachte mich zum Schmunzeln: Wer wühlt sich denn stundenlang durch eine Überzahl an Perlen und stellt sich geduldig lange an, um dann „nur eine Kleinigkeit“ zu kaufen?
Dennoch füllte sich auf die zweite Schlange rasch auf. An einer anderen Kasse stauten sich die Käuferinnen noch zwei Stände weiter, weshalb zum Durchhalten eine große Packung mit Gummibären durchgereicht wurde.

Eine weitere Schmuckdesignerin, die ihre prachtvollen Werke ausstellte: Nadya Gerber. Die Künstlerin verarbeitet in ihren Stücken nur hochwertige Materialien. Von Swarovski-Kristallen und Murano-Glas über japanische Rocailles bis hin zu feinstem Leder - die Auswahl der „Zutaten“, Farben und die filigrane Verarbeitung machen aus jedem Stück ein bezauberndes Unikat. Weitere Werke und Informationen gibt es unter www.Pearl-Jewelry-Dream.de



Beeindruckendes Perlenwerk von Lolita Tchelkina: Eine mit Blattwerk und geperlten Trauben umspannte Glasvase. Weitere Werke könnt ihr unter http://beads-beauty.monsite-orange.fr finden.



Als meine Füße sich Stunden später anfühlten, als bräuchte ich demnächst drei Schuhgrößen größer und ich alles dreimal gesehen hatte, machte ich mich auf den Rückweg. Doch zuletzt musste ich natürlich noch an den Stand von „Perlen Poesie“.

Die Organisatoren der Messe hatten im Vorfeld ein kleines Messespiel organisiert. Man konnte nach einer Online-Anleitung eine Beaded Bead nachbasteln und diese dort abgeben. Dafür gab es einen Rabatt auf den Eintrittspreis - und beim Verlassen der Messe konnte man sich eine andere Beaded Bead wieder mitnehmen. Leider gab es auf der gesamten Messe keinen Stand zum Thema „Perlentiere“ oder „Perlenbäume“. Dieses Hobby belegt wohl nach wie vor eher eine kleine Nische im Bereich der Perlenwelt. Aber wer weiß, vielleicht können wir das im Rahmen der nächsten Messe ändern?
Ich zumindest verließ die Messe zufrieden, vollgepackt mit neuen Perlen und voller Vorfreude auf eine weitere Perlenmesse.







(29.8.2011)






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