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Japanische Technik - Schritt für Schritt erklärt

Herzlich Willkommen, Neugieriger, der du das Interesse an Perlentieren entdeckt hast. Hier kannst du die Grundlagen der japanischen Technik Schritt für Schritt lernen. Für diese Technik braucht man zu Beginn eine Menge Geduld und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Seid nicht enttäuscht, wenn nicht gleich die erste Figur klappt - mit etwas Übung kriegt man den Dreh raus.

Grundlagen

Auf den folgenden Bildern findet ihr die Schritte für eine sogenannte 5er-Kugel. Anhand derer erkläre ich das System der Technik Schritt für Schritt. Bitte seht es mir nach, wenn ich manches vielleicht zu vereinfacht und detailliert erklärt habe - ich hoffe einfach, dass es dadurch wirklich zu verstehen ist. Ich habe für jeden wichtigen Schritt eine neue Farbe genommen, damit man es besser nachvollziehen kann. Für den ersten Versuch nehmt ihr am besten auch elf verschiedene Farben, die ähnlich sind, wie die auf den Bildern: gelb, orange, rot, grün, dunkelblau, hellblau, rosa, dunkelgrün, türkis, mintgrün (fast weiß), dunkelviolett.
Nehmt euch etwas Zeit und Geduld und legt los:



Überblick

So sieht die vollständige Anleitung für die 5er Kugel aus. Die meisten Anleitungen in der japanischen Technik sehen so oder so ähnlich aus. Die Zahlen kennzeichnen die Reihenfolge der Arbeitsschritte.
Am wichtigsten ist es, sich zu orientieren. Sucht euch dafür die Perle, die mit einem schwarzen Stern gekennzeichnet ist (logischerweise findet ihr die immer bei dem Kreis, der mit einer 1 gekennzeichnet ist). Von ihr gehen zwei Fäden aus - ein roter und ein blauer (nicht in allen Anleitungen, aber in den meisten). In Wirklichkeit befindet sich hier die Mitte eures Nylonfadens. Hier kann es aber sehr hilfreich sein, sich entweder beide Faden-Enden mit blauem und rotem Edding anzumalen oder wenigstens das blaue Faden-Ende mit einem schwarzen Marker anzumalen.



Bevor es losgeht: Zum Thema „Orientierung“

Bei einer 5er Kugel ist es noch recht einfach, den Überblick zu behalten. Bei größeren Tieren kann es aber hilfreich sein, sich zu markieren, wo man gerade arbeitet. Wenn ihr Anleitungen ausdruckt, könnt ihr mit einem Bleistift einen Punkt an bereits getätigte Schritte machen. Am Computer könnt ihr den Mauszeiger dorthin fahren. Oder ihr merkt euch die Zahl, bei der ihr seid. Da muss jeder sein eigenes System finden.
Aus einer flachen Anleitung wird am Ende ein dreidimensionales Gebilde. Das heißt, ihr müsst euch beim Perlen dafür entscheiden, in welche „Richtung“ ihr arbeiten wollt: Soll der mittlere Kreis am Ende zu euch zeigen und die weiteren Runden gehen „nach hinten“ (ihr arbeitet „von euch weg“) oder sollen die weiteren Runden „auf euch zu“ kommen? Meistens spielt es keine Rolle, da die Tiere symmetrisch sind. Man sollte diesen Fakt aber beim Anbringen von weiteren Körperteilen im Hinterkopf behalten. Bei dieser Kugel arbeitet ihr übrigens „von euch weg“.

Los geht's: eure 5er-Kugel

Damit man die Schritte besser erkennen kann, habe ich mit schwarzem Nylonfaden gearbeitet. Normalerweise solltet ihr transparenten Nylonfaden mit einem Durchmesser von 0,25mm oder 0,3mm benutzen. Für diese Kugel benötigt ihr ca. 50 cm (und dann ist noch mehr als genug übrig, damit ihr bequem arbeiten könnt).



Erster Schritt: Der Anfangskreis

Schritt 1

Fädelt 5 Perlen in die Mitte eures Nylonfadens.

Schritt 2 + 3

Kreuzt eure Faden-Enden durch die letzte Perle. Das bedeutet, dass ihr mit dem einen Ende entgegengesetzt durch die Perle fahrt. Zieht es straff und ihr habt euren ersten Kreis. Wenn ihr die Fäden wieder locker lasst, wird der Kreis sich ebenfalls wieder lockern. Das ist normal. Erst mit den weiteren Kreisen wird das Ganze stabil, daher solltet ihr nach jedem Schritt die Fäden straff ziehen.



Weiter geht’s: Der erste angefügte Kreis

Für alle weiteren Kreise gibt es ein bestimmtes System, nach dem ihr arbeiten könnt. Schaut euch an, aus wie viel Perlen euer Kreis insgesamt bestehen soll: Das sind in diesem Fall 5. Überprüft, wie viele Perlen ihr bereits für den neuen Kreis da habt: Das wäre eine (die gelbe, aus der eure Fäden herausschauen). Die Differenz (4 Perlen) müsst ihr also neu aufziehen. Das mag jetzt noch banal klingen, ist aber der Algorithmus, nachdem die Technik funktioniert.

Schritt 4

Fädelt also auf ein Faden-Ende (in der Skizze das rote, hier durch einen roten Punkt markiert) 4 orange Perlen für den neuen Kreis auf.

Schritt 5

Schaut nach, durch wie viele Perlen ihr die Fäden kreuzen müsst. Es ist eine. Kreuzt die Fäden.

Schritt 6

Der Kreis wird nun mit dem ersten verbunden. Dieser Schritt ist in anderen Anleitungen nicht immer vorhanden, hier müsst ihr also auf die Skizze achten! Führt das Faden-Ende, das in Richtung des ersten Kreises zeigt (rot), durch die anliegende gelbe Perle (roter Pfeil).



Weiter geht‘s: Neue Kreise anfügen

Schritt 7

Folgt wieder eurem Algorithmus: Auf den Faden, der von der Mitte (=gelber Kreis) wegzeigt, fädelt ihr die neuen Perlen (=3 rote). Ich nenne dieses Faden-Ende auch oft „oberes“ Faden-Ende. Hier ist es das Blaue.

Schritt 8

Mit dem anderen Faden-Ende (hier rot) kreuzt ihr durch die letzte neu aufgezogene Perle.

Schritt 9

Den Faden, der jetzt zur Mitte zeigt, schiebt ihr durch die anliegende Perle des ersten Kreises.

Schritt 10-12

Und noch einmal: Zieht 3 neue Perlen auf (10.), kreuzt mit dem anderen Faden durch die letzte Perle (11.) und führt das Faden-Ende, das zur Mitte zeigt, durch die anliegende gelbe Perle (12.).

Schritt 13-15

Schritt 13 und 14 entsprechen Schritt 10 und 11. In Schritt 15 führt ihr nun den Faden durch die anliegende gelbe Perle, wie bisher auch, und zusätzlich noch durch die allererste Perle, die in dieser Runde aufgezogen wurde (orangefarben).



Halbzeit: Letzter Kreis der ersten Runde

Schritt 16

Wenn ihr dem Algorithmus folgt, dann sieht das für den letzten Kreis wie folgt aus: Der Kreis soll aus 5 Perlen bestehen. 3 davon habt ihr ja schon da. Also: Fädelt zwei neue Perlen auf das Faden-Ende, das von der Mitte weg zeigt (rot, oberer Faden).

Schritt 17

Kreuzt mit dem anderen Faden (blau, unterer Faden) durch die letzte Perle.

Schritt 18

In Vorbereitung auf die nächste Runde fahrt ihr jetzt mit dem jetzt neuen unteren Faden-Ende (rot), durch die benachbarte Perle (hier orange).



Zweite Runde: Erster Kreis

Die folgenden Kreise funktionieren an sich wie bisher auch: Neue Perlen aufziehen - durch die letzte kreuzen - den Faden, der zur Mitte zeigt, durch bereits gefädelte Perlen ziehen. Der Unterschied zur vorherigen Runde liegt darin, dass der Faden, der zur Mitte zeigt („unterer Faden“), immer durch zwei Perlen geführt wird, nicht mehr nur durch eine. Dadurch schließt sich am Ende die Kugel. Also konkret:

Schritt 19

Fädelt 3 rosa Perlen auf.

Schritt 20

Kreuzt durch die letzte davon.

Schritt 21

Fädelt mit dem untere Faden, durch die zwei nächsten anliegenden Perlen (orange und rot).



Weiter geht‘s: Fortsetzung der zweiten Runde

Schritt 22-24

Und noch einmal: Zieht zwei neue Perlen auf das eine Faden-Ende auf (22.) und kreuzt durch die letzte (23.). Zieht den unteren Faden durch die anliegenden zwei Perlen (24.).

Schritt 25-27

Auf ein Neues: Zieht zwei neue Perlen auf das eine Faden-Ende auf (25.) und kreuzt durch die letzte (26.). Zieht den unteren Faden durch die anliegenden zwei Perlen (27.).



Fast geschafft: Vorletzter Kreis

Schritt 28-30

Zieht zwei neue Perlen auf das eine Faden-Ende auf (28.) und kreuzt durch die letzte Perle (29.). Bild (30.) ist erstmal nur eine Draufsicht, wie das Ganze jetzt aussieht. Hier wird noch nichts gefädelt.



Endspurt: Letzte Perle!

Schritt 31

Fahrt nun mit dem unteren Faden durch die anliegenden zwei Perlen (dunkelblau, hellblau) und zusätzlich durch die erste Perle dieser Runde (rosa).

Schritt 32

Fädelt eine letzte Perle auf und kreuzt mit dem anderen Faden durch diese Perle.

Schritt 33

Kippt die Kugel nun so zu euch, dass ihr den noch „offenen“ Kreis sehen könnt, der aus den jeweils äußeren Perlen der letzten Runde besteht.

Schritt 34

Führt nun ein Faden-Ende (egal, welches) noch einmal durch diese Perlen, bis beide Faden-Enden zwischen zwei Perlen herausschauen. Verknotet diese Fäden nun miteinander und bildet einen Abschluss (siehe unten). In der Anleitung ist das durch ein F im Kreis gekennzeichnet.

Schritt 35

Herzlichen Glückwunsch: Fertig ist eure bunte Kugel!

Zum Schluss: Einen Abschluss bilden

Version 1: Verschmelzen

Verknotet die Fäden 5 bis 7 mal miteinander. Schneidet die Enden nach ca. 2mm ab. Führt nun die Flamme eines Feuerzeuges vorsichtig in die Nähe des Knotens. Die Faden-Enden bzw. der Knoten fängt an, sich zurückzuziehen und zu verschmelzen. Nehmt die Flamme weg und drückt mit dem Fingernagel oder einer Pinzette gegen den Knoten, damit er flacher wird. Übt das am besten vorher mit dem Nylonfaden, sonst „schmilzt er euch weg“. Lieber Kinder - bitte fragt vorher eure Eltern, ob sie euch erlauben, mit einem Feuerzeug zu arbeiten!

Version 2: Vernähen

Verknotet die Fäden 3-4 mal miteinander. Führt die Faden-Enden nun durch 6 bis 8 anliegende Perlen und schneidet sie dann ab.

Version 3: Verkleben

Verknotet die Fäden 2-3 mal miteinander und schneidet die Enden ab. Tropft einen Klecks Sekundenkleber auf den Knoten.

Ein paar Tipps:

Übergang zwischen zwei Skizzen

Meistens passt die Anleitung für ein Tier nicht in eine Skizze, da man ja immer im Kreis fädelt und die Skizzen dadurch schnell sehr groß werden. Daher werden die Anleitungen aufgeteilt. Der Übergang ist mit Perlen gekennzeichnet, die mit Buchstaben beschriftet sind. In der ersten Skizze sind die Perlen normal gezeichnet und mit Buchstaben beschriftet. In der nachfolgenden Skizze sind diese Perlen dann meistens heller gezeichnet oder mit gestrichelten Linien und werden mit denselben Buchstaben beschriftet. Diese Perlen muss man NICHT erneut auffädeln. Erst die dunkel (=normal) gezeichneten Perlen werden neu aufgezogen.

Teile anfügen

Bei den Anleitungen werden natürlich noch Teile angefügt - Beine, Arme, Ohren usw. Dies wird genauso markiert, wie der Übergang: Mit Buchstaben (oder Symbolen). Meistens muss man ja aber erst den kompletten Körper arbeiten, bevor man die Teile anfügt. Wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat, ist es oft schwierig, diese Perlen wieder zu finden. Da kann es helfen, wenn man sie während des Fädelns markiert: Nehmt euch ein kurzes Stück Draht und schlingt es in die Perle (einfach 2 mal durchziehen). Den Draht könnt ihr später einfach wieder rausziehen, aber er markiert euch bis dahin zuverlässig die entsprechende Perle.
Bei manchen Anleitungen ist das Anbringen der Körperteile besser markiert: Hier seht ihr das fertige Tier in einem Schema und die zu benutzenden Perlen sind im Zusammenhang gut abgebildet (siehe z.B. bei der Biene von Nina in der HeartBead). Dieses System funktioniert bei kleineren Tieren besser, als bei großen. Manchmal arbeitet man im dreidimensionalen Raum genau „andersherum“, als derjenige, der eine Skizze erstellt hat. Dadurch sind dann die Perlen, die man zum Anbringen von neuen Teile braucht „spiegelverkehrt“. Bei symmetrischen Tieren könnt ihr die Anleitung einfach gedanklich spiegeln und weiterarbeiten (und die meisten Tiere sind symmetrisch. Wenn ihr euch nicht-symmetrische Tiere raussucht, z.B. das Lama, dann solltet ihr schon etwas mehr Erfahrung in der Technik haben).

Nicht aufgeben!

Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen. Wenn ihr wegen eines Termins die Arbeit unterbrechen müsst, ist es anfangs schwer, sich wieder reinzufinden. Arbeitet daher eine Skizze am Stück.
Sucht euch für den Anfang kleinere Anleitungen. Das 5er-Kugel-Tier-Projekt von Nina aus verschiedenen HeartBead-Ausgaben ist dafür super geeignet: Die Tiere bestehen aus einer 5er-Kugel, die ihr gerade gelernt habt, mit diversen Anhängen.
Bei anderen Tieren solltet ihr nicht verzweifeln, wenn es mal nicht klappt. Fädelt eure Schritte wieder auf, zurück bis zu dem, der noch gut geklappt hat. Behaltet immer „das System“ im Auge: Wie viele Perlen soll der nächste Kreis insgesamt haben? Wie viele davon habe ich schon aufgefädelt und wie viele brauche ich noch?
Dann sollten auch irgendwann schwierigere Anleitungen kein Problem sein, bei denen ab und zu auf speziellere Weise gefädelt wird.
Viel Erfolg!






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